Statistik

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden können zur Aufklärung von schweren Straftaten gestützt auf die Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) Massnahmen zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs anordnen. Parallel dazu kann dies auch der Nachrichtendienst (NDB) gestützt auf das am 1. September 2017 in Kraft gesetzte Nachrichtendienstgesetz (NDG; SR 121).

Ergänzend zu den nachstehenden Grafiken sind weitere Informationen in der Medienmitteilung Statistik 2017 vom 3. Mai 2018 zu finden.

Im Jahr 2017 wurden rund 36 Prozent dieser Überwachungsmassnahmen von den Strafverfolgungsbehörden angeordnet, um schwere Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufzuklären. Knapp ein Drittel betraf schwere Vermögensdelikte und 6 Prozent strafbare Handlungen gegen Leib und Leben. Die Organisierte Kriminalität betrafen 3,6 Prozent aller Überwachungen. Der Rest entfiel auf weitere Deliktsarten, darunter Verbrechen und Vergehen gegen die Freiheit und strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Die Anzahl angeordneter Überwachungsmassnahmen ging um 7 Prozent auf 7950 zurück. Einen Rückgang von rund 11 Prozent wurde bei den technisch-administrativen Auskünften verzeichnet.

Die meisten Aufträge gingen beim Dienst ÜPF von den Kantonen Zürich, Waadt und Genf ein und wurden grösstenteils durch Swisscom, Sunrise (inkl. Lebara) und Salt ausgeführt. Den Kantonen Zürich, Bern und Waadt wurden am meisten einfache Auskünfte erteilt.

2017 wurden rund 20 Prozent mehr Notsuchen beim Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (Dienst ÜPF) angeordnet. Bei der Notsuche wird vor allem der letzte Standort sowie Echtzeit Überwachungen der vermissten Person angefragt.

Im Pikettdienst waren rund 55 Prozent der eingegangenen Aufträge Notsuchen und knapp 44 Prozent Echtzeitüberwachungen.

Es ist zu beachten, dass auf ein Delikt häufig mehrere Überwachungsmassnahmen entfallen. So müssen z.B. sowohl der Festnetzanschluss als auch mehrere Mobiltelefone eines mutmasslichen Täters überwacht werden. Weiter werden häufig bspw. dieselbe Mobiltelefon-Nummer bei verschiedenen Fernmeldedienstanbieterinnen zur Überwachung in Auftrag gegeben, um sämtliche Roaming-Fälle abdecken zu können.

Letzte Aktualisierung: 09.10.2018 - 14:04