Statistik PLAYGROUND

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden und der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) können zur Aufklärung von schweren Straftaten gestützt auf die Strafprozessordnung bzw. auf das Nachrichtendienstgesetz Massnahmen zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs anordnen. Der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (Dienst ÜPF) führt über diese Überwachungen eine Statistik* gemäss Artikel 16 Absatz 1 Buchstabe k Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).

Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 40 Prozent mehr Überwachungsmassnahmen angeordnet als im Vorjahr. Dieser deutliche Anstieg ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Antennensuchläufe durchgeführt wurden. Lässt man letztere ausser Betracht, zeigt sich, dass die Zahl der Überwachungsmassnahmen nach dem starken Wachstum im Vorjahr nur leicht über dem Niveau von 2024 liegt.

Die Echtzeitüberwachungen befinden sich leicht über dem Vorjahresniveau (+3%), während bei den rückwirkenden Überwachungen ein Wachstum von 6 Prozent zu verzeichnen ist. Auch die Anzahl Notsuchen liegt im Jahr 2025 5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Anders verhält es sich bei den Fahndungen, die stark gesunken sind (-51%).

Der stärkste Anstieg betrifft die Antennensuchläufe, deren Anzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen ist (+69%). Die Fallzahlen liegen im Jahr 2025 fast 23% über denjenigen des Vorjahres. 

Die Artikel 269bis und 269ter der Strafprozessordnung ermöglichen zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs den Einsatz von besonderen technischen Geräten (IMSI-Catcher) bzw. Informatikprogrammen (GovWare). Die Anzahl Einsätze der besonderen technischen Geräte (IMSI-Catcher) beläuft sich auf 151 (gegenüber 171 im Vorjahr). Die besonderen Informatikprogramme wurden im Jahr 2025 4 Mal eingesetzt (im Vorjahr 12 Mal).  

Hinweis: Die Zahlen des NDB und des Dienstes ÜPF sind aufgrund einer anderen Zählweise nicht vergleichbar.

Die detaillierten Statistiken 20112025 finden Sie unter Publikationen.

Anzahl Aufträge im Jahresvergleich

Im Jahr 2025 haben die Strafverfolgungsbehörden der Kantone und der Bund insgesamt etwa 40 Prozent mehr Überwachungsmassnahmen beim Dienst ÜPF angeordnet wie im Vorjahr. Der Transparenz halber werden die Antennensuchläufe in den Grafiken getrennt von den rückwirkenden Überwachungen ausgewiesen. Die Anzahl Notsuchen nach vermissten Personen stiegen im Jahr 2025 leicht auf 1287 (gegenüber 1223 im Vorjahr) während diejenigen der Fahndungen nach entflohenen inhaftierten Personen auf 17 sank (gegenüber 35 im Vorjahr). Die gesamte Anzahl Überwachungsmassnahmen liegt bei 28'804 (gegenüber 20'515 im Vorjahr).

Im Jahr 2025 wurden 1287 Notsuchen angeordnet (gegenüber 1223 im Vorjahr).

Antennensuchläufe (Verbindungsnachweise auf bestimmte Mobilfunkzellen): Im Jahr 2025 waren 19'091 Zellen Gegenstand eines Antennensuchlaufs (gegenüber 11'290 im Vorjahr). Die Anzahl Fälle** erhöhte sich auf 54 (gegenüber 44 im Vorjahr).

**Die publizierten Fallzahlen basieren auf den im System erfassten Einträgen der jeweiligen Anordnungen der Strafbehörden. Da die Kantone unterschiedliche Arten der Erfassung anwenden, sind die Zahlen nicht vollständig belastbar.

Die Polizei kann sogenannte komplexe Auskünfte (z. B. Kopien von Ausweisen, Vertragsdaten) anfordern. Im Jahr 2025 wurden 44'836 Antworten auf solche Auskünfte gegeben (gegenüber 32'225 im Vorjahr), was einem Anstieg von etwa 39% entspricht.

Der Dienst ÜPF weist seit 2021 nicht mehr die Anzahl Auskunftsgesuche, sondern die Anzahl Antworten aus. Die Anzahl Auskunftsgesuche (komplexe und einfache Auskünfte) ist in den detaillierten Statistiken unter Publikationen einzusehen.

Im Jahr 2025 wurden für einfache Auskünfte (Telefonbuch- oder IP-Adressen-Abfragen) 650'034 Antworten (gegenüber 495'119 im Vorjahr) erteilt, was einem Anstieg von ca. 31% entspricht.

Übersicht über die Gesamtzahl der Massnahmen von Bund, Kantone und Liechtenstein

Die meisten Massnahmen ordneten im Jahr 2025 der Kanton Baselland (26%), der Kanton Zürich (15%) und der Kanton Genf (8%) an.

Aufträge Schweiz, Bund, Kantone und Liechtenstein

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Echtzeitüberwachung
Eine Echtzeitüberwachung ist die simultane, leicht verzögerte oder periodische Übertragung der Post- oder Fernmeldeverkehrsdaten; z. B. Telefon- oder E-Mail-Überwachungen (Mithören von Telefonaten bzw. Mitlesen von E-Mails).
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Rückwirkende Überwachung
Eine rückwirkende Überwachung beinhaltet die Daten wer mit wem, wann, wie und wie lange Verbindung gehabt hat für einen höchstens sechs Monate zurückliegenden Zeitraum.
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Auskunft (komplex)
Komplexe Auskünfte liefern weitergehende Informationen zu Fernmeldeanschlüssen wie Vertrags- oder Ausweiskopien.
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Auskunft (einfach)
Einfache Auskünfte können Basisinformationen zu Teilnehmeranschlüssen (Telefonbuchabfragen) sein oder sie können den Behörden über Fragen wie «Welche Telefonnummern sind auf eine bestimmte Person registriert?» Auskunft geben.
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Fahndung
Im Rahmen einer Fahndung können die Strafverfolgungsbehörden Personen aufspüren, gegen die in einem rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid eine Freiheitsstrafe verhängt oder eine freiheitsentziehende Massnahme angeordnet worden ist.
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Notsuche
Ausserhalb von Strafverfahren können Massnahmen der Fernmeldeüberwachung angeordnet werden, um vermisste Personen wie z. B. verunfallte Wanderer oder vermisste Kinder zu finden und zu retten.
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Antennensuchlauf (rückwirkende Überwachung)
Ein AS umfasst Verbindungsnachweise aller an einem bestimmten Standort angefallenen Kommunikationen, Kommunikationsversuche und Netzzugänge, welche über bestimmte Mobilfunkzellen während eines bestimmten Zeitraumes stattgefunden haben.
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Die nachfolgende Aussage gilt nur für Massnahmen gemäss den Strafprozessordnungen StPO und MStP:

45% aller Überwachungsmassnahmen wurden von den Strafverfolgungsbehörden im Rahmen von schweren Vermögensdelikten angeordnet. 24% betreffen strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, 8% schwere Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 4% betreffen Notsuchen und fast 3% strafbare Handlungen gegen die Freiheit. Die Überwachungsmassnahmen wegen Vermögensdelikten sind im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 45% angestiegen. Stark angestiegen sind die Massnahmen aufgrund strafbarer Handlungen gegen die sexuelle Integrität (+124%) sowie wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Freiheit (+50%). Gesunken sind hingegen die Massnahmen gegen den öffentlichen Frieden (-28%) und die Fahndungen (-51%).


*Die öffentlich zugänglich gemachten Daten (insbesondere auch jene der Statistik des Dienstes ÜPF) können mit Quellenhinweis ohne urheberrechtliche Bewilligung verwendet oder wiedergegeben werden.

Im Jahr 2025 hat Swisscom, wie bereits die Jahre zuvor, am meisten Aufträge ausgeführt, gefolgt von Salt, Sunrise und Lycamobile. Der Transparenz halber sind in der Statistikdatei unter Publikationen auch die entschädigungsberechtigten Tests aufgeführt.

Letzte Aktualisierung: 31.03.2026 - 09:18